Urban Wein Legends – 6 Mythen rund um den Weinkorken

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Es ist kein Geheimnis, dass wir gerne mal ein Glas Wein trinken – zum Essen oder aber auch einfach nur so. Wer unseren Blog regelmäßig liest, der weiß, dass wir sogar einen ganz besonderen Hang zu Wein haben und erst kürzlich für ein paar Tage in einem der bekanntesten Weinanbaugebiete Spaniens im Rioja zur Weinernte zu Besuch waren.

Diesmal wollen wir uns allerdings einem ganz anderen Thema widmen. Dabei geht es ausnahmsweise mal nicht um den Wein selbst, sondern um einen der wichtigsten Weinbegleiter, den Korken. Genauer gesagt wollen wir einen Blick auf den Rohstoff Kork werfen, den zwar jeder kennt und nutzt, die meisten aber wenig darüber wissen.

 
WOHER KOMMEN DIE GANZEN WEINKORKEN EIGENTLICH?

Kork ist eines der ältesten Naturrohstoffe der Welt. Bereits vor hunderten von Jahren wurde der Korkanbau kultiviert und Kork als Verschluss von Weinflaschen und anderen Behältern benutzt. Mitte des 17. Jahrhunderts führte der Legende nach Dom Pierre Pérignon den Korkverschluss für Champagner und Wein ein.

Kork ist ein reines Naturprodukt und wird aus der Rinde der Korkeiche gewonnen. Dafür wird die Rinde der Bäume vorsichtig in Handarbeit abgeschält und anschließend zu Weinkorken und anderen Produkten verarbeitet. Die meisten Korkeichen wachsen in kultivierten Korkeichenplantagen und Korkeichenwäldern in Portugal, wo rund ein Drittel der gesamten Korkproduktion weltweit stattfindet und von dort aus den Weg rund um den Globus findet. Alleine in Portugal sind rund 28.000 Menschen in der Korkindustrie tätig. Weltweit sind es sogar an die 100.000 Menschen, die von der Korkproduktion leben. Auch in anderen mediterranen Ländern wie Frankreich oder Marokko gibt es große Korkeichenwälder.

Urban Wein Legends – Kitchenmate klärt die größten Kork-Mythen auf

Immer wieder kursieren Mythen rund um den Weinkorken. Sind Korken nun eigentlich wirklich (immer noch) der ideale Verschluss für Wein? Werden für jede Flasche Wein mit Naturkorken Bäume gefällt? Lassen sich Weinkorken wirklich nicht recyclen? Gerade nach dem die ersten Gläser Wein getrunken wurden, kommen Thesen und Spekulationen auf den Tisch die sich als „urban Legends“ unter Weintrinkern verbreiten. Was ist aber nun wirklich dran. Wir gehen 6 gängigen Urban Legends auf den Grund und schauen was sich wirklich dahinter verbirgt.

Korkeichen werden nach der Korkernte gefällt

Für jede Flasche Wein, die geöffnet wird, musste vorher ein Baum sterben. Echt jetzt? Nein, das ist Quatsch. Kork wird aus der Rinde der Korkeiche gewonnen, die dafür geschält wird. Das passiert im Schnitt alle 9 bis 12 Jahre. Danach bleibt der Baum stehen und die Rinde wächst nach. Korkeichen werden sogar richtig alt. Eine Korkeiche kann bis zu 250 Jahre alt werden und ist rund 150 Jahre für die Korkherstellung produktiv. So kann man von einer einzige Eiche im Laufe ihres Lebens etwa 700 bis 1.000 Kilogramm Kork gewinnen.

Weinkorken sind nicht recyclebar sondern ein Wegwerfprodukt

Kann man Weinkorken wirklich nicht recyclen? Auch Quatsch. Das Gegenteil ist der Fall. Der Rohstoff Kork lässt sich sogar ziemlich gut und nahezu zu 100 Prozent wieder verwerten. Aus alten Weinkorken werden zum Beispiel Fußböden oder Fußbetten von Schuhen. Was hingegen stimmt: Wer seine Weinkorken in den ganz normalen Hausmüll wirft, der kann ziemlich sicher sein, dass die Korken nicht recycelt werden. Deshalb sollten Weinkorken immer im Weinladen des Vertrauens oder bei einer anderen Sammelstelle, zum Beispiel beim NABU oder auf dem Recyclinghof, abgeben werden. So gibt es auch noch in 100 Jahren genügend Kork für guten Wein und schöne Fußböden.

Naturkorken haben eine schlechte Ökobilanz

Natürlich entsteht bei der Korkgewinnung, wie auch bei jeder anderen Produktion, CO2. Das lässt sich nicht vermeiden. Viel (ge)wichtiger ist allerdings die Bindung von CO2 durch die großen Korkeichenwälder. Mit einer Fläche von fast 2,5 Millionen Hektar binden alleine die mediterranen Korkeichenwälder im Jahr rund 14 Millionen Tonnen CO2. Zum Vergleich: Bei der Produktion von Schraubverschlüssen aus Aluminum fällt der CO2 Ausstoß rund 24-mal höher aus. Die Ökobilanz von Naturkorken ist also ziemlich gut.

Die industrielle Korkproduktion schadet der Artenvielfalt

Kork ist ein Produkt einer traditionell nachhaltigen Landbewirtschaftung. Die großen Korkeichenwälder sind wichtige Biotope für rare Arten und Rückzugsorte für bedrohte Tierarten. Die Wälder bieten Schutz für viele Tiere, darunter auch bedrohte Arten wie der Iberische Luchs, der Spanische Kaiseradler oder der Mönchsgeier. Zudem bieten die Wälder einen sicheren Überwinterungsplatz für Zugvögel wie Kraninche. Nicht ohne Grund sammelt der NABU Korken und setzt die Gewinne zum Schutz von Kranichen durch die Förderung traditioneller Korkwirtschaft ein.

Durch Naturkorken kann Wein entweichen

Habt ihr jemals bemerkt, dass ein Lagerwein Flüssigkeit verloren hat? Nein, natürlich nicht. Die Beschaffenheit des Korkens bewirkt das genaue Gegenteil. In einem einzigen Naturkorken befinden sich etwa 800 Millionen Zellen. Die wachshaltigen Substanzen verhindern, dass durch den Korken Flüssigkeit verdunsten kann.

Komm schon, eigentlich ist es doch völlig egal, welcher Verschluss den Wein verschließt

Nicht ganz. Kork wird seit Jahrhunderten als Weinverschluss genutzt, hat sich bewährt und ist nach wie vor der meist genutzte Verschluss von Weinflaschen – obwohl es mittlerweile zahlreiche andere Möglichkeiten gibt. Das Kork ein guter Weinverschluss ist, darüber braucht man nicht wirklich zu diskutieren. Mal rein technisch betrachtet, ist Kork durch seine natürliche Elastizität ideal, da er die Flasche selbst bei Glasunebenheiten luftdicht verschließt. Nach der Meinung von vielen Winzern und Weinkennern ist Kork zudem nicht nur technisch ein guter Verschluss, sondern auch das ideale Naturmaterial für die Weinreifung in der Flasche.

Und seien wir mal ehrlich: Das wunderbare Plopp-Geräusch, wenn der Weinkorken aus der Flasche gezogen wird, gehört doch auch zum Wein trinken dazu – genau wie ein anständiges Weinglas. Wir möchten das freudige Geräusch in den Ohren auf jeden Fall nicht missen, wenn wir das nächste Mal wieder eine Flasche Wein zum Essen oder einfach nur so öffnen.

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kork-Verband e.V. (DKV) entstanden.

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